Pilzgulasch à la Bourguignonne: Ein vegetarisches Highlight
Es gibt diese Abende, an denen man sich einfach nach einem tiefen, dunklen, seidig-aromatischen Eintopf sehnt – etwas, das nach Zuhause riecht, aber trotzdem einen Hauch Frankreich ins Wohnzimmer bringt. Für mich ist Pilzgulasch à la Bourguignonne genau das: pure Gemütlichkeit, verpackt in samtige Rotweinsauce und erdig-warme Pilzaromen. Es ist eine Hommage an den französischen Klassiker, aber beim ersten Löffel weißt du sofort, hier steht nicht das Fleisch im Mittelpunkt, sondern der Umami-Zauber der Pilze. Mein knuspriges Blätterteig-Pastätchen saugt die Sauce auf, die fingerbreit darüber hinausläuft, und plötzlich ist es egal, ob draußen Regen trommelt oder Kerzen brennen – dieses Pilzgulasch macht jeden Abend besonders.

Wenn Pilzgulasch à la Bourguignonne die Hauptrolle spielt
Kaum ein Gericht bringt mich so schnell in Herbststimmung wie ein guter, alter Gulasch – doch dieses Pilzgulasch à la Bourguignonne schiebt das Klischee vom schweren Fleischgericht mit einem Augenzwinkern beiseite. Das Aroma der getrockneten Steinpilze steigt schon beim Einweichen in die Luft, während in der Küche eine rotweinige, nebeldichte Stimmung aufzieht. Ich liebe es, wie die Pilze beim Anbraten diesen typischen “Wald nach Regen”-Geruch verströmen, dazu ein Spritzer Tomatenmark und Knoblauch als Begleitung. Am Ende tustcht oft jemand das erste Stück Baguette in die dampfende Schale – es ist eben ein Gericht, das alle an den Tisch lockt, und jeden satt und zufrieden macht. Und ehrlich: Es ist vegetarisch, lässt sich sogar ganz leicht vegan abwandeln und ist trotzdem alles andere als ein Kompromiss.
Die Zutaten, die diesem Pilzgulasch Magie verleihen
- Trockene Steinpilze – bringen ein unvergleichlich erdiges, fast schon mystisches Aroma an die Sauce, das an Herbstwanderungen erinnert.
- Kochendes Wasser – dient dem Einweichen der Steinpilze und gibt später die geballte Pilzessenz an die Sauce ab.
- Olivenöl – rundet den Geschmack ab und sorgt für samtigen Schmelz beim Anbraten.
- Butter – für eine goldene Kruste beim Braten und einen Hauch französische Eleganz im Gulasch. Bei Bedarf durch vegane Margarine ersetzen.
- Braune Champignons – der Hauptdarsteller: sämig, fleischig, mit ordentlich Biss und einem satten Pilzgeschmack.
- Gelbe Zwiebeln – als Basis, die beim Schmoren karamellisiert und der Sauce eine süße Tiefe gibt.
- Karotte – kleine Würfel davon bringen frische, süße Noten und ein bisschen Struktur.
- Tomatenmark – für Umami, Säure und eine schöne, satte Farbe im Endergebnis.
- Knoblauch – mit leichtem Druck angestoßen, damit sein Aroma schnell alles umhüllt.
- Mehl – hilft, der Sauce Körper und eine leichte Bindung zu geben.
- Rotwein – am liebsten vollmundig, damit die Sauce ihr rundes, tiefes Aroma bekommt (und keine Sorge: Der Alkohol verkocht fast komplett).
- Gemüsefond – verstärkt das “Schmorgericht”-Gefühl auf die feine vegetarische Art, Brühe funktioniert ebenso.
- Lorbeerblätter – wandern in den Topf und geben, fast unbemerkt, ihre würzig-rauhe Note dazu.
- Frischer Thymian – ein Muss, denn kein französischer Eintopf geht ohne dieses Kraut.
- Meersalz & schwarzer Pfeffer – einfach nach Gefühl dazugeben, am besten frisch gemahlen.
- Worcestershire Sauce – die optionale, dunkle Geheimwaffe für extra Tiefe (achte auf eine vegetarische Variante).
- Petersilie – ganz fein gehackt, als letztes Highlight für Frische und Farbe.
- Blätterteigpasteten – nehmen beim Servieren die Sauce auf und geben dem Gericht diesen Festtags-Charakter. Auch prima: das Gulasch über Kartoffelpüree, Polenta oder frischer Pasta!
See the recipe card below for the full list of ingredients and measurements.
So verschmelzen Aromen zu Pilzgulasch à la Bourguignonne
Mit diesem Pilzgulasch à la Bourguignonne lebt die Kunst des langsamen Schmorens auf. Es ist nicht schwer, aber du solltest dir Zeit nehmen – schon allein, damit sich die Küche in einen französischen Landgasthof verwandelt.
- Starte ganz entspannt mit den Steinpilzen: Die trockenen Pilze in einer Schüssel mit kochendem Wasser aufgießen und erst mal ziehen lassen. Das dauert keine fünf Minuten, und schon entfaltet sich der erste aromatische Dampf.
- Während die Steinpilze einweichen, kommt eine große, schwere Pfanne oder ein Dutch Oven auf den Herd. Etwas Olivenöl und ein Klecks Butter erwärmen, dann die Champignons portionsweise kräftig anbraten. Sie sollen richtig Farbe bekommen – nichts ist schlimmer als blasse, schlaffe Pilze! Zwischen den Portionen ruhig immer mal neues Fett einrühren, Geduld zahlt sich aus. Die Pilze werden auf einem Teller zwischengelagert.
- Jetzt der Basisgeschmack: Zwiebeln und Karotten in etwas Öl gemächlich schmurgeln lassen, bis sie leicht süßlich und gold werden. Dann den Knoblauch mit Tomatenmark dazu, alles anrösten – ein kurzes, aber duftendes Aromafeuerwerk.
- Mehl darüberstäuben, kurz verrühren, bis keine Mehlklümpchen mehr zu sehen sind. Dann wird es spannend: Mit Rotwein ablöschen und mit dem Holzlöffel die leckeren Röstspuren vom Pfannenboden kratzen. Die Mischung einkochen lassen, bis sie sichtlich eindickt und die Flüssigkeit fast zur Hälfte reduziert ist.
- Die Steinpilzflüssigkeit durch ein feines Sieb in die Pfanne gießen, damit kein Sand oder Trübstoff reinrutscht. Die eingeweichten Steinpilze grob schneiden und per Hand nachreichen. Nun kommen Gemüsefond, Lorbeerblätter und frisch gezupfter Thymian mit dazu. Mit Salz und Pfeffer würzen, Deckel zu – und dann darf das Gulasch für eine ganze Stunde ruhig vor sich hin blubbern.
- Nach der Schmorzeit alles nochmal abschmecken. Falls du magst, jetzt die Worcestershire Sauce einrühren – sie ist nicht zwingend, aber gibt dem Ganzen nochmal ein bisschen dunkle Tiefe.
- Jetzt die gebratenen Champignons zurück zur Sauce geben. Offen weiterschmoren, bis alles richtig heiß ist und der Geruch kaum auszuhalten lecker in der Luft hängt.
- Währenddessen rasch die Blätterteigpasteten im heißen Ofen erwärmen. Das dauert kaum länger als das Decken des Tisches, aber sorgt für den “Wow!”-Moment beim Servieren.
- Die Pasteten auf Tellern platzieren, das Pilzgulasch einfüllen, bis nichts mehr reinpasst, ein bisschen gehackte Petersilie drüber – und dann, bitte, einfach löffeln und genießen.
Geschmack und Textur im Pilzrausch
Ein gutes Pilzgulasch saugt einen in seine Tiefen. Hier schmelzen die herben, wilden Aromen der Steinpilze mit der Erdigkeit der Champignons zu einer fast cremigen Textur, während die Röstnoten von Zwiebeln und Karotten zart durchblitzen und der Rotwein mit seiner Fruchtigkeit das Ganze verbindet. Jeder Bissen hat etwas von Samt und doch auch Biss – die Pilze bleiben schön kräftig, die Sauce ist fast schon ein samtig-dunkler Umhang rund um jede Zutat. Mit der knusprigen Blätterteigpastete bekommt das Gericht einen wunderbaren Kontrast; beim ersten Durchbeißen knackt es, darunter wartet die vollmundige Sauce. Es ist einer dieser Löffelgerichte, die wärmen, sättigen und Lust auf Nachschlag machen.
Tipps, Kniffe und Varianten für den perfekten Pilzgulasch
Wenn du deinem Pilzgulasch einen eigenen Twist geben willst, fange bei den Pilzen an: Statt einfach nur braune Champignons, probiere ruhig mal Kräuterseitlinge oder ein paar frische Waldpilze, wenn du regionale Saisonware bekommst. Auch gefrorene Pilze funktionieren (gib sie einfach tiefgekühlt in die heiße Pfanne, etwas mehr Geduld ist hier gefragt).
Beim Rotwein gilt: Je kräftiger und trockener, desto besser für die Sauce, aber ein überreifer Tropfen macht sie schnell zu süß – eine Faustregel, an der ich nicht rüttele. Wer es vegan mag, nimmt einfach pflanzliche Margarine statt Butter und kontrolliert die Worcestershire Sauce – es gibt sie in vegetarischer oder veganer Variante im Biomarkt.
Sollte das Gulasch zu dick werden, einfach mit einem Schuss Gemüsebrühe nachjustieren. Und wer sich Zeit sparen will, kann Teile (wie das Einweichen der Pilze) parallel erledigen. Auch als Meal Prep geeignet: Am nächsten Tag ist der Geschmack noch tiefer und runder – lass es nach dem Kochen einfach vollständig abkühlen, stelle es über Nacht in den Kühlschrank und wärme es langsam wieder auf.
Servierideen, die Pilzgulasch à la Bourguignonne zum Event machen
Dieses Pilzgulasch schreit förmlich nach Beilagen, die Sauce vertragen – und da musst du wirklich nicht am klassischen Blätterteig hängen bleiben. Auf samtigem Kartoffelpüree wird es zum Comfort Food par excellence, auf weicher Polenta erinnert es beinahe an Italien, und mit breiten Bandnudeln kommt französisch-italienische Fusion auf den Tisch.
Als Garnitur tut sich frisch gehackte Petersilie besonders gut, manchmal gebe ich noch einige Tropfen Trüffelöl dazu – dekadent, aber passend für den Anlass. Ein unkompliziertes Glas Rotwein dazu (vielleicht der, der auch schon in der Sauce steckt) und schönes Sauerteigbrot runden das Ganze ab. Für festliche Abende mit Freunden oder Familie eignet sich das Pilzgulasch à la Bourguignonne auch hervorragend als vegetarischer Hauptgang.
FAQs about Pilzgulasch à la Bourguignonne
Kann ich Pilzgulasch à la Bourguignonne einfrieren?
Ja, Pilzgulasch à la Bourguignonne lässt sich sehr gut einfrieren. Am besten taust du es über Nacht im Kühlschrank auf und wärmst es langsam bei mittlerer Hitze wieder auf, damit die Sauce ihre seidige Konsistenz behält. Nur die Blätterteigpasteten solltest du frisch zubereiten, da sie beim Auftauen durchweichen.
Welche veganen Alternativen passen für Pilzgulasch à la Bourguignonne?
Du kannst die Butter leicht durch pflanzliche Margarine ersetzen und beim Braten auf Olivenöl setzen. Vegane Worcestershire Sauce bekommst du im Bioladen, und falls du möchtest, kannst du sogar eine vegane Blätterteigpastete verwenden oder direkt auf Beilagen wie Kartoffelpüree ausweichen.
Wie lange hält sich Pilzgulasch à la Bourguignonne im Kühlschrank?
Es hält sich abgedeckt problemlos zwei bis drei Tage im Kühlschrank. Je länger es zieht, desto intensiver wird der Geschmack – ein klarer Bonus. Vor dem Servieren einfach langsam erhitzen; eventuell ein klein wenig Gemüsefond dazugeben, falls die Sauce etwas eingedickt ist.
Welche Beilage passt am besten zu Pilzgulasch à la Bourguignonne?
Neben den klassischen Blätterteigpasteten passen insbesondere Kartoffelpüree, cremige Polenta oder breite Bandnudeln hervorragend. Auch ein frisches Baguette eignet sich, um die köstliche Sauce komplett aufzusaugen und keinen Tropfen zu verschwenden.
Manchmal sind es die unscheinbaren, erdigen Gerichte, die einen bleibenden Eindruck hinterlassen – so wie Pilzgulasch à la Bourguignonne. Bei jedem Schmoren und Probieren wächst die Vorfreude auf einen Teller voller Wärme, Tiefe und Aroma. Ob als festliches Hauptgericht oder als schlichte, kuschelige Mahlzeit an grauen Tagen – dieses Gulasch schafft es, Leute zusammenzubringen, Geschmackserinnerungen zu schaffen und selbst ausgewiesene Fleischfans zu überraschen. Wenn dich die Lust auf ein bisschen französisches Flair überkommt, weißt du jetzt, womit du starten kannst.
Noch mehr leckere Rezepte
- Vegetarisches Gulasch: Perfekt für gemütliche Abende, bringt dieses Gulasch viel Geschmack ganz ohne Fleisch.
- Solero Windbeutel-Torte mit Maracuja und Pfirsich: Eine köstliche Nachspeise, die das französische Flair in dein Menü bringt.
- Knusprige Hähnchen Mozzarella Wraps: Diese Wraps kombinieren knusprige Texturen mit herzhaftem Geschmack und sind ideal für gesellige Abende.

Pilzgulasch à la Bourguignonne
Ingredients
Equipment
Method
- Die trockenen Steinpilze in einer kleinen Schüssel in kochendes Wasser geben und zur Seite stellen.
- In einer großen schweren tiefen Pfanne oder einem Dutch Oven etwas Olivenöl und Butter auf mittlerer bis hoher Stufe erhitzen. Die Pilze schubweise darin anbraten bis die ganze Flüssigkeit ausgetreten und die Pilze leicht braun sind (5-7 Minuten). Zwischendurch immer wieder etwas Öl und Butter dazu geben wenn Ihr neue Pilze in die Pfanne gebt. Die Pilze auf einen Teller zum Abkühlen geben.Achtung: Wenn Ihr eine Pfanne mit 28 cm Durchmesser verwendet könnt Ihr die Pilze in drei Schüben anbraten. Sie schrumpfen beim Kochen, so dass sie braun werden, wenn Ihr sie in einer gleichmäßigen Schicht in der Pfanne bratet bevor Ihr sie auf den Teller zum Abkühlen gebt.
- Den Herd auf mittlere Stufe stellen. 1 EL Öl in die Pfanne geben und die Zwiebeln und Karotte darin karamellisieren (ca. 8 Minuten). Tomatenmark und Knoblauch dazu geben und unter ständigem Umrühren kochen bis alles aromatisch ist (1-2 Minuten). Mehl dazu geben und umrühren bis alles gut vermischt ist.
- Den Rotwein dazu geben und mit einem Holzlöffel die Reste vom Boden der Pfanne schaben. Kochen bis die Flüssigkeit bis auf die Hälfte reduziert ist (ca. 5 Minuten).
- Die Flüssigkeit aus der Schüssel mit den Steinpilzen durch ein feinmaschiges Sieb die Pfanne gießen und die Steinpilze grob hacken bevor sie in die Pfanne kommen. Die weiteren Zutaten (Gemüsefond, Lorbeerblätter, Thymian) dazu geben und mit Salz und Pfeffer würzen. Zum Köcheln bringen und dann den Herd auf mittlere bis kleine Stufe stellen und den Deckel auf die Pfanne geben. Leicht köcheln lassen und ab und zu umrühren (1 Stunde). Abschmecken und mit Salz und Pfeffer nach Geschmack nachwürzen. Die Worcester Sauce dazu rühren (optional).
- Zum Schluß die Champignons dazu rühren und ohne Deckel kochen bis sie gut erhitzt sind.
- In der Zwischenzeit den Ofen auf 175° C (155°C Umluft) vorheizen und die Blätterteigpasteten darin erwärmen (2 Minuten).
- Die Pasteten auf eine Servierplatte geben. Und zum Servieren mit dem heißen Pilzgulasch die Pasteten auffüllen bis sie überlaufen. Mit Petersilie garnieren.
- Enjoy!
